Hass spricht zur politik des performativen edition suhrkamp. Ha├č spricht: Zur Politik des Performativen (edition suhrkamp) von Judith Butler 2019-02-16

Hass spricht zur politik des performativen edition suhrkamp Rating: 9,5/10 110 reviews

Ha├č spricht : zur Politik des Performativen

hass spricht zur politik des performativen edition suhrkamp

In der Beharrlichkeit, mit der Pornographie die urspr├╝ngliche oder beabsichtigte Bedeutung einer ├äu├čerung rekontextualisiert, liegt angeblich ihre gef├Ąhrliche Macht. Wenn es sich nicht um eine kausale Beziehung und auch nicht um die materiale Verwirklichung einer Absicht handelt, geht es dann vielleicht um eine diskursive transitive Funktion, die in ihrer Geschichtlichkeit und ihrer Gewaltsamkeit erst bestimmt werden mu├č? Vielmehr wird eine bestimmte gesellschaftliche Existenz des K├Ârpers erst dadurch m├Âglich, da├č er sprachlich angerufen wird. Judith Butler born February 24, 1956 is an. Bersani nimmt an, da├č die Behauptung einer stabilen Identit├Ąt die Voraussetzung f├╝r schwulen Aktionismus ist und da├č der intellektuelle Skeptizismus, der sich gegen den Erfolg dieses Sprechakts richtet, nur einer Entsexualisierung des Schwulseins in die H├Ąnde arbeitet. Ihr reiteratives Verfahren hat den Effekt, ihre ┬╗Position┬ź ├╝ber die Zeit hinweg zu sedimentieren. Damit versucht der Staat nicht nur, homosexuelle Handlungen, sondern auch die ├╝bersch├╝ssige Macht des Namens einzud├Ąmmen, der sich von seinem Ursprung, dem Verbot, befreien kann. Dadurch, da├č wir die Ursache unserer Verletzung im sprechenden Subjekt und die Macht dieser Verletzung in der Macht der Sprache lokalisieren, geben wir uns angeblich selbst die Freiheit, auf das Recht zur├╝ckzugreifen- das nun im Gegensatz zur Macht gedacht und als neutral vorgestellt wird-, um den Angriff durch ha├čerf├╝llte Reden kontrollieren zu k├Ânnen.

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Nach Cavell widerspricht der Versuch, dem Sprechakt eine bestimmende Absicht zuzuordnen, dem Hinweis von Austin, da├č die Absichten nicht so entscheidend sind wie die Konventionen, die dem illokution├Ąren Akt seine bindende Macht verleihen. Merkwrdig sind Gleichnis und Gefesselte, von denen du sprichst. Statt jede M├Âglichkeit der Erwiderung auszul├Âschen und den Adressaten vor Angst erstarren zu lassen, kann sich die Drohung einem andersartigen performativen Akt gegen├╝bersehen, der ihre eigene Ambivalenz d. Oder anders gefragt: Wenn es eine Strafinstitution gibt, in der das Subjekt gebildet wird, mu├č dann nicht auch eine Figur des Gesetzes existieren, das Urteile spricht und damit performativ das Subjekt ins Leben ruft? Jemand, der innerhalb der Normen der Sagbarkeit spricht, gehorcht nicht notwendig bewu├čt einer Regel. Diese ambivalente Struktur im Herzen der Performativit├Ąt beinhaltet, da├č Widerstandsbewegungen innerhalb des politischen Diskurses teilweise von den M├Ąchten erzeugt werden, denen sie entgegentreten. In MacKinnans Gebrauch wird eine Figur der performativen ├äu├čerung ins Spiel gebracht, eine Figur souver├Ąner Macht, die bestimmt, wie ein Sprechakt angeblich wirkt- effizient, einseitig, transitiv und generativ.

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Judith Butler: Hass spricht. Zur Politik des Performativen

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Man denke nur an die Kraft der geschriebenen oder reproduzierten Sprache, gesellschaftliche Effekte hervorzubringen und vor allem Subjekte zu konstituieren. Tats├Ąchlich hat die Mehrdeutigkeit der ├äu├čerung zur Konsequenz, da├č ihre Bedeutung nicht immer die gleiche ist, da├č ihre Bedeutung in einer wichtigen Hinsicht umgelenkt oder ausgehebelt werden kann, und, was das wichtigste ist, da├č genau die Worte, die eine Verletzung herbeif├╝hren k├Ânnen, genausogut ihr Ziel verfehlen und eine Wirkung herbeif├╝hren k├Ânnen, die der beabsichtigten v├Âllig zuwiderl├Ąuft. Diese Auffassung setzt voraus, da├č Zensur dem in Frage stehenden Text vorausgeht und da├č, wenn ein Text lesbar sein soll, er in einem Selektionsproze├č produziert werden mu├č, der bestimmte M├Âglichkeiten ausschlie├čt und andere realisiert. Macht tritt zun├Ąchst nicht in Gestalt eines Namens in Erscheinung; ihre Strukturen und Institutionen sind nicht derart, da├č der Name perfekt zu ihrem wie immer gearteten Wesen passen w├╝rde. Der anrufende Name kann ohne einen Sprecher auftreten in b├╝rokratischen Formen wie in Volksz├Ąhlungen, Adoptionsunterlagen oder Einstellungsformulaien.

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Ha├č spricht: Zur Politik des Performativen (edition suhrkamp) von Judith Butler

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Trouble, Krper von Gewicht Bodies that matter und Hass spricht. Das scheint mir eine unzul├Ąssige Ausdehnung oder ├ťberdehnung unserer gel├Ąufigen Anschauung. Feimans Beitrag zur Sprech221 akttheorie unterstreicht, da├č Sprechen, gerade weil es eine k├Ârperliche Handlung ist, von dem, was es sagt, nicht immer wei├č. Die ├äu├čerung scheint also Homosexualit├Ąt sowohl mitzuteilen als auch zu ├╝bertragen und wird selbst zum Mittel f├╝r die Verschiebung auf den Adressaten , und zwar in einem metonymischen Str├Âmen, das definitionsgem├Ą├č keiner bewu├čten Kontrolle unterliegt. Unter R├╝ckgriff auf die Sprechakttheorie von J. Austin diskutiert Judith Butler einerseits die gegenw├Ąrtige Debatte der hate speech, um andererseits zu einer allgemeinen Theorie der Performativit├Ąt des politischen Diskurses zu gelangen.

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In diesem Sinne hat rassistisches Sprechen seinen Ursprung nicht im Subjekt, selbst wenn es das Subjekt braucht, um Wir15 128 Diese Abstraktion des kommunikativen Szenarios der ├äu├čerung scheint tats├Ąchlich zum Teil auch in der Rechtsprechung zum Ersten Verfassungszusatz mit Bezug auf den ┬╗Spence Test┬ź ausgestaltet wor~ den zu sein, der in dem UrteilSpence vs. Soweit der Sprecher von hate speech die unterwerfende Botschaft, die er oder sie ├╝bermittelt, hervorzubringen scheint, scheint er auch die souver├Ąne Macht zu haben, das zu tun, was er oder sie sagt, wird er als ein Sprecher vorgestellt, f├╝r den Sprechen unmittelbar Handeln ist. Kraft der gesellschaftlichen Position, die er oder sie einnimmt, werden die Zuschaueraufgrund der ├äu├čerung verletzt. Und nehmen die M├Âglichkeiten staatlicher Gewaltaus├╝bung nicht 6 Ich danke Robert Post f├╝r diesen Vergleich, den er mir im Gespr├Ąch vorgeschlagen hat. Wir m├╝ssen allerdings noch zu einer Erkl├Ąrung der gesellschaftlichen Wiederholbarkeit der ├äu├čerung kommen. ┬ź 22 Bezeichnenderweise haben die Richter das Urteil R.

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hass spricht von judith butler

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Wie wirkt sich die Sprache, die wir gebrauchen, auf andere aus? Die unbestimmte Beziehung zwischen Sagen und Tun wird dann erfolgreich genutzt, wenn dem Sprechen seine performative Macht genommen wird. . Wenn sich die Verletzung auf eine bestimmbare Tat zur├╝ckf├╝hren l├Ą├čt, dann l├Ą├čt sie sich rechtlich verfolgen: Man kann vor Gericht gestellt und daf├╝r verantwortlich gemacht werden. Sie zeigt, dass das Sprechen zwar durch den gesellschaftlichen Kontext definiert wird, aber dennoch durch die F├Ąhigkeit ausgezeichnet ist, mit diesem Kontext brechen zu k├Ânnen. New Hampshire Ss, 90 Clinton, Bill I22, 169 Cover, Robert 77f.

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Ha├č spricht. Zur Politik des Performativen (edition suhrkamp 2414)

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I35┬Ě 99 der sie auf der Stra├če angesprochen hatte. Austin macht deutlich, da├č die illokution├Ąre performative ├äu├čerung ihre Kraft bzw. Bemerkenswerterweise ging es in diesem Fall um eine Gruppe junger Schwarzer, unter ihnen Todd Mitchell, die gerade aus dem Film Mississippi Burning kamen. Macht ist also ein Name, der einer Komplexit├Ąt zugesprochen wird, die sich nicht einfach benennen l├Ą├čt. Und wie k├Ânnte dieser Verlust zur Voraussetzung f├╝r eine andere Einsch├Ątzung der performativen ├äu├čerung werden? Wenn derjenige, der die Anrede aussendet, sie nicht als Autor verfa├čt, und derjenige, den sie kennzeichnet, nicht durch sie beschrieben wird, dann ├╝bersteigen die Funktionsweisen der anrufenden Macht das Subjekt, das durch sie konstituiert ist, wie umgekehrt die solcherma├čen konstituierten Subjekte die Anrufung ├╝bersteigen, durch die sie gleichsam ins Leben gerufen werden. Das Comingout ist jedoch immer noch das Ausf├╝hren einer sprachlichen Handlung und erfordert daher nicht, da├č man Sex hat oder sich sexuell verh├Ąlt, au├čer in jener diskursiven Form, die vielleicht ein weiteres Beispiel f├╝r die von Bersani beklagte sprachliche Sublimierung von Sex ist.

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Ha├č spricht : zur Politik des Performativen

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Interessanterweise hat Paul Ricceur einmal so die seelische H├Âllenfahrt beschrieben, n├Ąmlich als einen Teufelskreis von Begehren und Verbot. Das Subjekt beschw├Ârt eine Formel d. Die ┬╗konstruktive┬ź Macht der stillschweigenden Performativit├Ąt liegt gerade darin, da├č sie eine praktische Wahrnehmung des K├Ârpers herzustellen vermag, nicht nur eine Wahrnehmung dessen, was der K├Ârper ist, sondern auch eine der Art, wie er sich Raum schafft oder nicht, wie er seinen Ort in den herrschenden kulturellen Koordinaten einnimmt. Flammende Taten, verletzendes Sprechen 1 Der Titel von J. Denn wer spricht, wenn die Konvention spricht? Sexualit├Ąt als Handlung aufzufassen hei├čt schon, sie aus einer kulturellen Praktik, einem wiederholten Ritual, in dem sie stattfindet und das sie beispielhaft veranschaulicht, herauszul├Âsen. Wenn ein Homosexueller Anspruch auf diesen Status erhebt, aber versichert, da├č er nicht seinen W├╝nschen entsprechend handeln wird, besteht die Homosexualit├Ąt in und als die Anwendung des Verbots auf sich selbst fort.

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Ha├č spricht. Zur Politik des Performativen (edition suhrkamp 2414)

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Obwohl alle m├Âglichen Arten von historisch und potentiell verletzenden W├Ârtern im Rap, im Film, sogar als kalligrammatische Ern157 bleme in Photographie und Malerei wieder in Umlauf gesetzt werden, scheint solche Rekontextualisierung nicht als ├Ąsthetische Umsetzung konstruiert werden zu m├╝ssen, die es wert w├Ąre, rechtlich gesch├╝tzt zu werden. Wie l├Ą├čt sich also die Situation begreifen, in der die Selbstzuschreibung, die reflexive Aussage ┬╗Ich bin homosexuell┬ź, als Verf├╝hrung bzw. Zur Politik des Performativen frappiert nach all den Dekonstruktionen la Judith Butler, die in den letzten. Doch woher bezieht der Sprechakt die Macht, das Subjekt so wirksam zu konstituieren? Jenes Moment, in dem ein Sprechakt ohne vorg├Ąngige Autorisierung dennoch im Vorgang seiner ├äu├čerung Autorit├Ąt gewinnt, kann einen ver├Ąnderten Kontext seiner zuk├╝nftigen Rezeption antizipieren und setzen. Pornographie, als kulturelles Reservoir eines sexuell ├╝berdeterminierten visuellen Feldes, zirkuliert gerade ohne unseren Konsens, aber deswegen nicht schon unbedingt gegen ihn. So wie Matsuda es behandelt, figuriert bel├Ąstigendes und verletzendes Sprechen als eine Anrede, die ein B├╝rger eines Staates an den anderen richtet, oder ein Unternehmer oder Manager richtet sie an einen Arbeiter, oder ein Professor richtet sie an einen Studenten. Tats├Ąchlich k├Ânnte man die unkontrollierbaren Effekte der Resignifikation und der Rekontextualisierung, versteht man sie als die normale Aneignungsarbeit von Sexualit├Ąt, so auffassen, 26 Obwohl Foucault dieses Argument gegen die Psychoanalyse vor- bringt, w├╝rde ich doch darauf beharren, da├č es ein psychoanalytisches Argument ist.

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Ha├č spricht: Zur Politik des Performativen von Judith Butler

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Wichtig ist, da├č das Milit├Ąr Homosexualit├Ąt nicht nur als ein Problem angeht, das reguliert und niedergehalten werden soll. Schlie├člich m├Âchte ich darauf hinweisen, da├č sich das Sprechen der Gerichte durch eine eigene Gewalt auszeichnet und da├č gerade die Institution, die befugt ist, ├╝ber die Problematik der hate speech zu urteilen, diesen Ha├č in ihrer und als ihre eigene h├Âchst folgenreiche Sprache wieder in Umlauf bringt und mit einerneuen Richtung versieht, wobei sie sich die Sprache, ├╝ber die sie zu urteilen sucht, vielfach aneignet. ┬╗Man sollte nie vergessen, da├č die Sprache aufgrund ihrer unendlichen sch├Âpferischen, aber auch urspr├╝nglichen Kapazit├Ąt im Sinne Kants, die von ihrer Macht herr├╝hrt, Existenz zu verleihen, indem sie die kollektiv anerkannte und somit real gewordene Repr├Ąsentation der Existenz erzeugt, wohl das Mediumpar excellence des Traums von der absoluten Macht ist. Butlers Ansatz, die Annahme fester Geschlechteridentit├Ąten und erkenntnistheoretische Methoden zu problematisieren und mit politischen Forderungen zu verbinden, fasziniert Ritzer noch immer. Siehe auch Shoshana Felman und Dori Laub, Testimony: Crises of Witnessing in Literature, Psychoanalysis and History, New York 1992. Der Polizist, der den Menschen auf der Stra├če anruft, ist zu dieser Handlung nur aufgrund der Kraft der reiterierten Konvention in der Lage.

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